Setzkasten

Küchenchef: Anton Pahl | Küchenstil: Europäisch · International

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Was kommt dabei heraus, wenn man ein Gourmetrestaurant in einen Supermarkt der Superlative integriert? Ganz einfach: Einer der kreativsten und qualitativ hochwertigsten Küchenstile der Stadt.

Wenn ich sagen würde, ich sei ein Gast der ersten Stunde, dann ist dies eigentlich untertrieben. Denn ich war bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung hier im  Setzkasten und habe am, damals noch jungfräulichen, ChefsTable den allerersten Teller gegessen, den Küchenchef Anton Pahl hier je serviert hat. Aus diesem Grund  habe ich, wie kaum ein anderer Gast, die rasante und positive Entwicklung dieses Restaurants mitverfolgt und -begleitet.

Dabei wurde ich in den seither vergangenen zwei Jahren häufig belächelt, wenn ich aufgrund meiner Begeisterung zu befreundeten Leckermäulchen oder zu meinen  Lesern gesagt habe „Ihr müsst unbedingt mal in den Setzkasten im neuen Zurheide an der Berliner Allee!“. Was durfte ich mir da nicht alles anhören: „Da kriegen mich keine zehn Pferde hin“, „Ich gehe doch nicht zum Essen in den Keller eines Supermarkts“, „Das ist ja wie eine Höhle, da gibt es nicht mal Fenster“, „Da wird man ja um 22:00 Uhr rausgeworfen, weil der Supermarkt dann schließt“ und was weiß ich nicht alles.

Heute verhält es sich da etwas anders. Da höre ich von den gleichen Menschen des Öfteren „Sascha, kannst du mir da nicht mal einen Tisch klarmachen?!“. Denn  mittlerweile muss man schon ordentlich Selbstvertrauen und jede Menge Glück mitbringen, wenn man hier einen Platz ergattern möchte. Das Restaurant ist nämlich,  sowohl mittags als auch abends, fast immer ausgebucht und könnte teilweise jeden Tisch doppelt besetzen. Nicht zuletzt, seit am 3. März der Guide Michelin das Restaurant mit einem Stern ausgezeichnet hat.

Scheinbar ist es wohl doch gar nicht so schlimm, in einem Supermarkt zu essen.

Die Voraussetzungen sind aber auch wahrlich perfekt. Mit Anton Pahl ist hier ein kreativer, fähiger und ambitionierter Küchenchef am Werk, der, gemeinsam mit Souschef Egor Hopp, ein kongeniales Duo an der Setzkasten-Front bildet. Und um sich herum haben die beiden ein echtes Topteam aufgebaut. Dazu kommt natürlich  der einzigartige Vorteil, ein Gourmetrestaurant in einem Supermarkt der Superlative zu sein und sich somit, im wahrsten Sinne des Wortes, mit dem Einkaufswagen auf Inspirationstour vor der eigenen Haustür begeben zu können.

Das Ergebnis ist einer der kreativsten und qualitativ hochwertigsten Küchenstile der Stadt, gepaart mit einem herzlichen, kompetenten Service und das Ganze zu einem  herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und als Zückerchen on top lockt die über 1000 Positionen umfassende Wein- und Champagnerabteilung des Marktes, aus der man jede Flasche auswählen und gegen ein kleines Korkgeld im Restaurant genießen darf.

Dieses Angebot ist einfach zu verlockend und deshalb ist es mittlerweile zu einem festen Ritual geworden, wenn ich mit Freunden, einem meiner Stammtische oder meiner Familie hier bin, den Abend in der Weinabteilung zu beginnen und mit Sommelier Roland Adrian zunächst die Weine für den Abend auszusuchen. Anschließend  starten wir mit einem Aperitif an der Champagnerbar, in der Regel mit einem Gläschen der zehn offenen Positionen, und begeben uns von dort aus an den schönen,  großen, runden Tisch im rechten Eck des Gastraums. Dort ist dann bereits alles für einen genussvollen Abend vorbereitet und die ausgewählten Weine warten, bereits karaffiert, dekantiert und temperiert, auf uns.

Wenn ich den Setzkasten hingegen alleine besuche, lasse ich die große Ouvertüre aus und setze mich am liebsten gleich an den ChefsTable inmitten der Küche. Hier  quatsche ich in entspannter Atmosphäre mit der Küchencrew und lasse den Jungs und Mädels freie Hand bei der Entscheidung was auf die Teller kommt. Blindes Vertrauen, denn Hochgenuss ist quasi garantiert.

Inspiration

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